Die Stiftung für das Pferd ist das letzte Zuhause für unsere Schützlinge. Es ist immer ein sehr trauriger Moment, wenn wir eines unserer Tiere von seinen Altersbeschwerden erlösen müssen. Doch das Wissen, dass sie bei uns erfüllte, glückliche Jahre verbracht haben, ist uns ein grosser Trost.
Tiptoe
Die zierliche Stute Tiptoe kam bei ihrer Besitzerin zur Welt. Sie war ein angenehmes Fohlen – fein im Wesen, wenn auch schnell nervös, stets lieber erst davongeeilt und erst danach neugierig zurückgeblickt. Nach den Fohlenjahren wurde sie problemlos eingeritten. Tiptoe wollte ihrem Menschen gefallen und zeigte sich stets bemüht. Zunächst wurde sie auf eine Karriere als Springpferd vorbereitet, doch wiederkehrende Lahmheiten zwangen sie immer wieder zu langen Pausen. Schliesslich entschied sich ihre Besitzerin schweren Herzens gegen den Springsport und förderte die rassige Stute fortan in der Dressur, der Zirkusarbeit und der Freiheitsdressur – Disziplinen, in denen Tiptoe mit Freude und Ausdruck glänzte.
Früher als erwartet durfte sie in Pension gehen, bis sie im Sommer 2018 in die Herde von Maison Rouge umzog. Dort fühlte sie sich rasch zuhause. Die Integration verlief problemlos, und sie durfte viele schöne Jahre im Herdenverband verbringen, besonders an der Seite ihres geliebten «Partners» Smohalla.
Leider erkrankte Tiptoe an einer schweren Phlegmone am Bein und entwickelte gleichzeitig eine Resistenz gegen die notwendigen Antibiotika. Schweren Herzens mussten wir die schöne, liebenswerte Stute am 22. Januar 2026 im Alter von 28 Jahren erlösen. Leb wohl, liebe Tiptoe. Du bleibst in unseren Herzen. 🐎✨
Wintano
Der in Deutschland geborene Wintano kam im Jahr 2000 zu einem Turnierfahrer in die Schweiz. Später wurde er an ein Ehepaar verkauft, das ihn gemeinsam mit Strelitz, einem weiteren Haflinger, vor den Wagen spannte. Wintano zeigte sich dabei stets zuverlässig, arbeitswillig und ruhig. Als seine Besitzer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihre Pferde sorgen konnten, meldeten sie Strelitz und Wintano bei unserer Stiftung an. Im August 2012 durften beide bei uns einziehen und ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. Wintano war ein sehr lebensfroher und gefrässiger Wallach, der es liebte, die Boxen seiner Nachbarn zu besuchen – immer in der Hoffnung, dort noch einen zusätzlichen Happen zu finden. Er war verspielt und sozial und lud seine Pferdefreunde gerne zu freundschaftlichen Wettläufen auf der Weide oder auf dem Trockenplatz ein.
Nachdem wir Strelitz bereits vor zwei Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, war am 7. Januar 2026 auch für Wintano der Moment des Abschieds gekommen. Der 32-jährige Wallach, der über 13 Jahre seinen Ruhestand auf dem Jeanbrenin geniessen durfte, konnte nicht mehr selbst aufstehen und war bereit für seine letzte grosse Reise. Lieber Wintano, du fehlst uns allen sehr. ♥️
Smohalla
Smohalla fiel schon auf den ersten Blick durch seine aussergewöhnliche Fellfarbe auf. Der markante, breite Aalstrich, der sich über seinen Rücken zog, verlieh ihm eine besondere Ausstrahlung. Diese seltene Farbe nennt man Isabelle oder Buckskin. Doch nicht nur sein Äusseres war einzigartig – auch sein Name trug eine besondere Geschichte in sich. Ursprünglich Jack genannt, erhielt er von seiner Besitzerin den Namen Smohalla, benannt nach einem berühmten indianischen Träumer und Schamanen. Der Quarter-Horse-Wallach wurde von Profis im Westernstil ausgebildet und zeigte sich dabei als äusserst sympathisches Pferd mit einem grossen Herzen. Schon bald verhalf er seiner Besitzerin zum Western-Brevet und wurde ihr ein verlässlicher Partner.
Im Jahr 2018 stiess der hübsche Wallach zur Herde von Maison Rouge, wo auch seine ehemaligen Stallkollegen Shams und Tictic lebten. Dort durfte Smohalla sieben schöne Jahre verbringen, meist an der Seite seiner Herzensdame Tiptoe. Am 19. Dezember 2025 erlitt Smohalla eine schwere Kolik, die trotz sofortigem Eingreifen der Tierärztin nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Schweren Herzens mussten wir ihn im Alter von 27 Jahren erlösen. Leb wohl, lieber Smo. ♥️
Lupo (Jimmy)
Lupo HL, mit Spitzname Jimmy, wurde am 7. März 2003 in Polen geboren. Dieser schöne braune Wallach mit einem Stockmass von etwa 156 cm trug eine breite weisse Blesse, die auch seine Nüstern umhüllte. Lupo wurde von seiner letzten Besitzerin als äusserst liebevoll beschrieben. Sie kaufte den Wallach, als er fünf Jahre alt war. Lupo war ein sehr gutes Springpferd, das Hindernisse bis zu einer Höhe von 130 cm überspringen konnte. 2017 begann er zu lahmen. Eine klinische Untersuchung ergab, dass es sein Bockhuf war, der ihm auf harten Böden und im Sport Probleme bereitete. Schweren Herzens entschied sich die Besitzerin daraufhin, ihr Pferd in den Ruhestand zu schicken. Am 14. September 2021 begann Lupo sein letztes Lebenskapitel auf dem Jeanbrenin, dem friedlichsten unserer Heime.
Ganz unerwartet erlitt Lupo im Dezember 2025 eine schwere Kolik. Trotz sofortiger Intervention und Transport ins Tierspital, wo er noch Infusionen bekam, konnten wir ihn nicht mehr retten. Lupo verlässt uns im noch jungen Alter von 22 Jahren. Wir vermissen ihn sehr💖.
Cornascriebe Donna
Donna ist am 08. Mai 2003 auf der grünen Insel im Atlantischen Ozean geboren. Ein früherer Pferdekauf liierte Donnas Züchterin mit der künftigen Besitzerfamilie aus dem Neuenburger Jura. Nach einem wenig überzeugenden Proberitt in Irland, aber mit Liebe auf den ersten Blick, wurde Donna in die Schweiz importiert und weiter ausgebildet. Ihr Charakter und unermüdliche Energie lehrten die Reiter Geduld und Ausdauer. Bald übersprang die braune Dame Hindernisse von bis zu 135cm Höhe. Nach ihrem Karriereende 2018 genoss Donna bereits das Leben in der Herde ganzjährig auf der Weide, bevor sie Ende August 2024 ihrer früheren Stallgenossin nach Maison Rouge in die Stiftung für das Pferd folgte.
Leider war der lieben Stute nur eine kurze Rente bei uns vergönnt. Wir fanden sie zweimal liegend vor, ohne Chance selbst auf die Beine zu kommen. Donna hatte Probleme mit den Beinen und Gelenken und trotz guter Zähne konnte sie sich nicht mehr richtig ernähren. Schweren Herzens entschieden wir uns am 9. Dezember 2025 die erst 22-jährige Stute zu erlösen. Leb wohl, liebe Donna 🐎.
Cäsar
Auf den ersten Blick konnte man fast meinen, ein weiterer Haflinger sei auf dem Jeanbrenin eingezogen. Doch beim Blondschopf Cäsar handelte es sich um einen waschechten Freiberger. Der Wallach ist 2000 im Aargau geboren und durfte dann sein gesamtes Leben bei seinen Besitzern auf dem schönen Rigiberg verbringen. Dank seiner freundlichen und umgänglichen Art eignete sich Cäsar hervorragend als Lehrpferd für die Behandlungen seiner Besitzerin, die als Pferdetherapeutin tätig ist. Auch in der Bodenarbeit und der Freiheitsdressur zeigte der Freiberger grosses Geschick. Der fitte Cäsar, der mit seiner auffälligen Fellfarbe sofort ins Auge stach, fand bei seiner Ankunft auf dem Jeanbrenin im Juni 2020 schnell Anschluss.
Fünf schöne Jahre genoss der liebe Freiberger auf unserem Zauberberg. Leider waren seine Zähne mit 25 Jahren bereits abgenutzt, weshalb er kaum noch fressen konnte und viel Gewicht verlor. Wir entschieden uns deshalb den Wallach am 18. November 2025 friedlich zu erlösen. Leb wohl, lieber Cäsar ♥️.
Marketta
Glücklicherweise verfügte unsere Stiftung zu jener Zeit über ausreichend Platz, um drei amerikanische Miniaturpferde und zwei Mini-Shetlandponys aufzunehmen, die von einer 82-jährigen Frau stammten und dringend ein neues Zuhause suchten. So kamen Blue, ihr Sohn Maserati und die kleine Marketta Ende April 2021 im Maison Rouge an. Die beiden Shetlandponys Falco und Fabienne fanden derweil in unserer Station Le Roselet ein neues Zuhause. Die Miniaturpferde zeigten sich zwar freundlich gegenüber den Besuchern, stellten unsere Pfleger jedoch immer wieder vor kleine Herausforderungen – vermutlich, weil sie es gewohnt waren, ganz nach Lust und Laune zu leben. Leider mussten wir uns bereits 2022 von dem kleinen Maserati und seiner Mutter Blue verabschieden.
Marketta durfte ihr Rentnerleben im Maison Rouge am längsten genießen. Doch auch bei ihr machten sich im Alter von 26 Jahren gesundheitliche Probleme bemerkbar. Die hübsche Ponydame litt unter einer schweren Keratitis (Hornhautentzündung) und unter schlechten Zähnen, was dazu führte, dass sie zunehmend an Gewicht verlor. Deshalb entschieden wir uns schweren Herzens, Marketta am 31. Oktober 2025 zu erlösen und sie auf die ewigen Weiden zu Blue und Maserati zu entlassen. Leb wohl, liebe Marketta 💕.
Beni
Beni war ein ca. 105 cm grosser Shetlandpony-Mix und am 24. Mai 1998 geboren. Der sympathische Wuschelkopf war Falbe und trug einen schwarzen Aalstrich auf dem Rücken. Seine dunkle Mähne war durchzogen mit hellen blond-grauen Strähnen. Wie bei Urpferden üblich, trug auch er Zebrastreifen an den Beinen. Wie er zu diesem aussergewöhnlichen Aussehen kam, war uns leider nicht bekannt. Auch über seine Vergangenheit tappten wir im Dunkeln. Seine Besitzerin hat ihn im Jahr 2012 gekauft. Nach 6 gemeinsamen Jahren und vielen neuen Erfahrungen und Arbeitsweisen, durfte Beni nach Maison Rouge in den Ruhestand ziehen. Der Wallach, der die Gemeinschaft liebte, fühlte sich sichtlich wohl in der grossen Ponyherde.
Mit seinen 27 Jahren, litt Beni zunehmend unter Altersbeschwerden. Schlussendlich mussten wir uns eingestehen, dass sich der Ponywallach nicht mehr ausreichend ernährend kann, da er ständig Gewicht verlor. Wir entschieden uns, ihn friedlich gehen zu lassen. Leb wohl, du lieber Wuschelkopf 🐴.
Ozalee
Ozalee wurde in Polen geboren. Diese schöne, braun-weiss gescheckte Stute kam im Alter von 6 Monaten ohne Papiere in die Schweiz. Ihr Geburtsdatum war nicht bekannt, wurde aber auf das Jahr 2001 geschätzt. Von einem jurassischen Landwirt gekauft wuchs die junge Stute auf weitläufigen Weiden mit anderen Pferden und Rindern auf. Zu dieser Zeit hiess sie noch Fleurette. Im Alter von fünf Jahren kaufte sie ihre letzte Besitzerin. Die Stute wurde in Ozalee umgetauft (aufgehende Sonne), und diente über zehn Jahre lang als Wanderreitpferd. Ozalee war ein willensstarkes und robustes Pferd, das immer gerne zu mehrtägigen oder sogar mehrwöchigen Touren aufbrach. Um ihrer Stute einen schönen Ruhestand zu ermöglichen, zog Ozalee nach der regulären Wartezeit im April 2024 nach Maison Rouge.
Leider war Ozalee keine lange Rente vergönnt. Nur 1 ½ Jahre nach Ihrer Ankunft, mussten wir uns am 28. Oktober 2025 von der lieben Stute verabschieden. Sie litt unter Narkolepsie und konnte deswegen ohne Vorwarnung zusammenbrechen. Bei einem Sturz verletzte sie sich schwer, weshalb wir sie von ihrem Leiden erlösen mussten. Leb wohl, aufgehende Sonne… 🌄
Blueberry
Blueberry wurde 2006 in den Niederlanden geboren. Während sie von ihrer Mutter die Fellfarbe geerbt hat, verdankt sie ihr Springvermögen ihrem Vater. 5-jährig kam Blueberry in die Schweiz. Gemeinsam mit ihrer Reiterin nahm die elegante Schimmelstute an regionalen Springkonkurrenzen teil. Im Dezember 2014 nahm Blueberrys Karriere eine jähe Wendung: Eine Sehnenoperation machte eine lange Rekonvaleszenz und Frührente erforderlich. Bevor die grosse Stute jedoch in den endgültigen Ruhestand trat, durfte sie noch einmal ihre Klasse unter Beweis stellen, als zuverlässiges Reitpferd für ein fünfjährige Mädchen.
Im März 2025, zwei Tage nach ihrem 19. Geburtstag, stieg Blueberry ein letztes Mal in den Pferdeanhänger. Ihr Ziel: die Stiftung für das Pferd, der Ort, an dem sie ihren Lebensabend verbringen sollte. Leider litt die Stute neben ihren Sehnenproblemen auch an einer Fehlbildung und Verengung der Speiseröhre. Diese führe immer wieder zu Schlundverstopfungen. Schweren Herzens entschieden uns deshalb, die noch junge Stute am 8. Oktober 2025 zu erlösen. Leb wohl, liebe Blueberry ♥️.
Melisse
Melisse wurde in Südfrankreich geboren. Ihre letzte Besitzerin, wohnhaft in der Ostschweiz, kaufte sie 2006 im Elsass. Die Andalusierstute hatte eine solide Grundausbildung, war nervenstark und ein braves Freizeitpferd. Abgesehen von zwei kleinen Tumoren, die 2014 auftraten und dank umgehender Behandlung nicht weiterwuchsen, war Melisse nie krank. Sie war sehr gesellig und verstand sich gut mit den Artgenossen, mit denen sie die Weide teilte. Um Melisse einen schönen und würdigen Ruhestand zu garantieren, meldete ihre Besitzerin sie bei unserer Stiftung an und die weisse Dame zog am 01. Oktober 2022 in Les Murs ein.
Nach drei schönen Rentenjahren machte sich bei Melisse eine starke Arthrose bemerkbar und sie konnte sich nicht mehr ohne Schmerzen fortbewegen. Wir beschlossen, die liebe Andalusierin auf die ewigen Weiden zu entlassen und haben sie im Beisein einer ihr vertrauten Person erlöst. Leb wohl, liebe Melisse 🐎.